
Manchmal trifft man Entscheidungen, deren Tragweite man nicht einmal erahnen kann, besonders wenn man ein Graf im Mittelalter ist. Die Grafen von Eppan waren neben den Grafen von Tirol die mächtigsten Herren im heutigen Südtirol. Da bleiben Reibereien nicht aus, besonders wenn es Land der Bischöfe von Trient und Brixen zu verteilen gibt. Der Papst stellte sich dabei mehr oder weniger offen auf die Seite der Tiroler, so dass es den Eppanern als ein recht guter Einfall erschien, ein paar Gefolgsleute des Kirchenoberhauptes gefangen zu nehmen.

Eher als fatal, denn genial muss man rückblickend die Idee bewerten, denn der Papst beschwerte sich natürlich beim Kaiser. Dieser schickte Heinrich den Löwen auf Strafexpedition nach Hocheppan. Die Burg wurde gebrochen und erobert. Von diesem Karriereknick, wie man es heute nennen würde, erholten sich die Eppaner nicht mehr. Das Rennen war gelaufen. Wer weiss, vielleicht lag es nur an dieser einzigen Fehleinschätzung mit der daraus folgenden Entscheidung, dass wir heute das Land nicht Eppan, sondern Tirol nennen.

Heute ist Hocheppan ein beliebtes Wanderziel. Das Erste Foto zu diesem Beitrag stammt von der Website Hocheppan.com – leider habe ich kein solch aussagekräftiges. Das zweite Foto förderte ein ganz tiefer Griff in die Fotokiste, denn das habe ich vor Jahren bei meinem ersten Südtirol-Urlaub noch mit einer Schnipp-Schnapp-Kondak geschossen, was man leider an der Qualität nur zu deutlich erkennt. Auf dem zweiten Bild am rechten Rand ist noch ein einzelner Turm zu sehen, der Kreideturm. Dieser gehört zwar nicht direkt zu Hocheppan, scheint aber zur gleichen Zeit erbaut zu sein.
Auf dem dritten Foto, das gleich am ersten Tag meines damaligen Südtirolaufenthalts entstanden ist, zeigt den Kreideturm vom Gasthof Lipp aus gesehen.
