Glurns - Mittelalter im Miniformat
14. Oktober 2009 | Vinschgau | Geschichtsträchtiges

Glurns ist Mittelalter im Miniformat. Das Städtchen mit gerade einmal etwas über 700 Einwohnern ist ein echter Geheimtipp, wie das Vinschgau insgesamt nicht zu den überlaufenen Teilen Südtirols zählt – sieht man vom Verkehr ab, der sich durch das Tal in Richtung Stilfser Joch, Reschenpass und Münstertal quält. Trotz einiger Brände und Überschwemmungen hat sich die Stadtbefestigung beinahe vollständig im Original erhalten. Eine Fläche von gerade einmal 400 mal 150 Metern.

Bis zur Wende in 16. Jahrhundert war Glurns eine zentraler Ort mit Märkten, mitten in habsburgischen Landen. 1499 dann änderte sich die Situation schlagartig, als die Eidgenossen eine Habsburgische Streitmacht vernichteten, um anschließend das halbe Vinschgau in Schutt uns Asche zu legen. Die Habsburger verloren fast das gesamte Münstertal, müssten ihre Ambitionen aufgeben, sich das Territorium des Fürstbistums Chur einzuverleiben. Glurns wird Grenzstadt und aus Furcht vor den feindlichen Bündnern stark befestigt.
Das könnte Sie auch interessieren→ Potemkin und Kloster Neustift in Vahrn
→ Königlich Baierisches Landgericht in Brixen
→ Das Alpini-Denkmal in Meran
→ Eröffnung des Stadttheater von Meran 1901
→ Übersichtskarte Dolomiten aus dem Jahr 1902
« Eine Seite zurückblättern: Schnee am Brenner
Eine Seite vorblättern: Bücher über Südtriol - aus den 1970ern »
Wer hier schreibt, hört auf den Namen Matthias Süß und hält sich mehrere Tage pro Monat beruflich wie zum Privatvergügen in Südtirol auf. Hinweise, Fragen und Lob, aber auch konstruktive Kritik zu diesem Blog sind gerne gesehen.