Das Auge des Oswald von Wolkenstein
13. Juni 2010 | Ganz Südtirol | Geschichtsträchtiges

Einer der berühmtesten Söhne Südtirols ist Oswald von Wolkenstein. Sowohl sein Gedenkstein im alten Brixener Friedhof (den er noch selbst in Auftrag gegeben hat), als auch auf dem viel bekannteren Portrait in der Liederhandschrift B aus dem Jahr 1432 zeigt ihn mit geschlossenen rechten Auge. Untersuchungen im Jahr 1996 haben ergeben, dass Oswald an einer zu kleinen Augenhöhle litt, was schließlich zur Lähmung des Lidmuskels führte. Ob der begnadete Selbstdarsteller selbst an der Legende gestrickt hat, dass dieses Augenleiden durch eine Verletzung mit dem Bogen aus der Kinderzeit stammte, kann man nicht sagen. Auch die heroische Variante, er habe sich eine Augenverletzung bei der Verteidigung von Burg Greifenstein zugezogen, kann in das Reich der Legenden verwiesen werden.
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