Waltherplatz in Bozen

14. September 2009 | |

Walterplatz in Bozen - Aufnahme von Goldmund 2009

Der Waltherplatz in Bozen in der zentrale Platz in der Provinzhauptstadt. Ursprünglich hiess er Maximilianplatz nach König Max von Bayern und entstand 1808 zu einer Zeit, als Bozen wieder einmal für kurze Zeit zu Bayern gehörte. Zum Namen Waltherplatz kam er durch die Statue der mittelalterlichen Minnesängers Walther von der Vogelweide.

Das Aufstellen der Walther-Statue 1889 war eine Reaktion auf das zwei Jahre zuvor errichtete Dante-Standbild in Trient. Beide Aktionen waren hochpolitisch, erhob doch das Königreich Italien Anspruch auf das italienisch-sprachige Welsch-Tirol (heute Trentino), damals Teil der KuK-Monarchie.

Damit ist das Walter-Denkmal indirekt ein Zeugnis des Nationalismus, der im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht nur hier im italienisch-österreichischen Grenzgebiet brodelte, sondern auch für die Auflösungserscheinungen der Vielvölkerstaates Österreich und der gerade zu Ende gegangenen Risorgimento.

Bleibt noch zu Erwähnen: Weder hat Dante Alighieri historisch gesehen etwas mit Trient zu tun, noch Walter von der Vogelweide mit Bozen. Letzterer wurde zwar immer wieder mit dem südtiroler Lajen als Geburtsort in Verbindung gebracht, doch gilt dies inzwischen als widerlegt.

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